Anleitung zum Ihrām
Ein detaillierter Leitfaden zum Eintritt in den heiligen Weihezustand für Hadsch und Umrah.
Durchführung der Ganzkörperwaschung (Ghusl).
Kürzen der Nägel und Entfernen der Achsel- und Schamhaare.
Männer können vor dem Anlegen der Ihrām-Kleidung (aber nicht danach) nicht-parfümierte Deodorants oder parfümfreie Öle verwenden.
Praktischer Tipp: Wo sollte man Ghusl machen?
• Zuhause/Hotel vor dem Flug: Dies ist die häufigste und empfohlene Methode. Verrichten Sie den Ghusl, bevor Sie zum Flughafen aufbrechen. Die Ihrām-Kleidung können Sie entweder direkt danach oder am Flughafen vor dem Flug anlegen. Die Absicht (Niyyah) fassen Sie erst, wenn Sie sich dem Miqāt nähern (z.B. im Flugzeug).
• Am Miqāt: Wenn Ihre Reise es zulässt (z.B. wenn Sie von Medina nach Mekka fahren), gibt es am Miqāt-Ort (Dhul-Ḥulayfah) Einrichtungen für Ghusl und zum Anlegen des Ihrām.
Für Männer:
Zwei ungenähte, weiße Tücher. Eines wird um die Hüfte gewickelt (Izār) und das andere über die linke Schulter gelegt (Ridāʾ). Die rechte Schulter bleibt zu Beginn frei. Es werden keine Unterwäsche, Socken oder Kopfbedeckungen getragen. Sandalen sind erlaubt, solange sie den Knöchel und die Ferse nicht bedecken.
Für Frauen:
Frauen tragen ihre normale, sittsame Kleidung, die den gesamten Körper außer Gesicht und Hände bedeckt. Die Kleidung sollte nicht auffällig oder luxuriös sein. Weder Niqab noch Handschuhe sind im Ihrām erlaubt.
Wichtiger Hinweis: Der Miqāt
Die Absicht (Niyyah)
Dies ist das Herzstück des Ihrām. Fassen Sie die klare Absicht im Herzen, die Umrah oder den Hadsch (je nach Ihrer Reise) zu vollziehen.
Beispiel für Umrah: "O Allah, ich beabsichtige, die Umrah zu vollziehen, so erleichtere sie mir und nimm sie von mir an."
(Labbayka Allahumma Umrah)
Die Talbiyah
Unmittelbar nach der Absicht beginnt der Pilger, die Talbiyah laut zu rezitieren (Männer lauter, Frauen leiser). Dies wird bis zum Beginn des Tawāf wiederholt.
لَبَّيْكَ اللَّهُمَّ لَبَّيْكَ، لَبَّيْكَ لاَ شَرِيكَ لَكَ لَبَّيْكَ، إِنَّ الْحَمْدَ وَالنِّعْمَةَ لَكَ وَالْمُلْكَ، لاَ شَرِيكَ لَكَ
Labbayka Allahumma labbayk, labbayka la sharika laka labbayk. Inna l-hamda wa n-nimata laka wa l-mulk, la sharika lak.
"Hier bin ich, o Allah, hier bin ich. Hier bin ich, Du hast keinen Teilhaber, hier bin ich. Wahrlich, alles Lob, alle Gnade und die Herrschaft gehören Dir. Du hast keinen Teilhaber."
Ab dem Moment der Niyyah gelten bestimmte Verbote. Die Verletzung dieser Regeln kann eine Sühneleistung (Fidya) erfordern.
Der Ihrām-Zustand wird beendet, indem die Haare gekürzt oder rasiert werden. Dies geschieht nach Abschluss der wesentlichen Riten:
- Für die Umrah: Nach dem Saʿī (Lauf zwischen Safa und Marwa).
- Für den Hadsch: Am 10. Dhul-Ḥijjah nach der Steinigung und dem Opfer (falls zutreffend), aber vor dem Tawāf al-Ifāḍah.
Das Rasieren (Halq) ist für Männer verdienstvoller als das Kürzen (Taqsir). Frauen schneiden nur eine kleine Haarsträhne ab.

